Aldi-Notebook Medion Erazer P7652 im Test

Aldi-Notebook Medion Erazer P7652 im Test

Test & Kaufberatung | Test

Medion kombiniert im Notebook für Aldi-Süd einen Vierkern-Prozessor der achten Core-i-Generation, Nvidias GTX 1050 und ein 17,3″-IPS-Display mit Full-HD-Auflösung. Was taugt das 1000-Euro-Gerät?

Huch, ein Aldi-Notebook für 1000 Euro? Ja, richtig gelesen: Das ab dem 7. Dezember bei Aldi Süd angebotene Medion Erazer P7652 hat einen vergleichsweise hohen Preis. Dennoch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis außerordentlich: Das einzige andere derzeit verfügbare 17,3-Zoll-Notebook mit einem Vierkern-Prozessor der achten Core-i-Generation und Nvidias Mittelklasse-GPU GeForce GTX 1050 ist das regulär bei verschiedenen Händlern gelistete Asus VivoBook Pro 17. Das kostet bei identischer CPU-, RAM-, SSD- und HDD-Bestückung 1200 Euro – und es kommt nur mit zwei statt drei Jahren Garantie.

Andere 17,3-Zöller in dieser Preisregion kranken üblicherweise daran, dass sie nur einen schwachen Einsteiger-Grafikchip à la GeForce MX150 haben haben. Der potentere GeForce GTX 1050 des Medion-Geräts liefert dagegen genug 3D-Power, um auch aktuelle Blockbuster-Titel in der Full-HD-Bildschirmauflösung mit mittleren Details und Effekten flüssig darzustellen. Aufs Maximum kann man die Detailregler aber nur in Online-Spielen wie Overwatch oder DOTA 2 aufziehen.

Medion gibt dem Erazer P7652 eine M.2-SATA-SSD mit 256 GByte für Betriebssystem und Anwendungen und eine 2,5-Zoll-Festplatte mit 1 TByte für Daten mit auf den Weg. So viel Speicherplatz ist nicht verkehrt, denn einzelne PC-Spiele bringen mittlerweile 50 GByte oder mehr auf die Waage. Späteres Aufrüsten macht Medion leicht: Über eine abschraubbare Service-Klappe erreicht man das Innenleben und hat dann Zugang zu SSD, Festplatte, WLAN-Modul und Arbeitsspeicher. Apropos RAM: Ab Werk ist nur ein Speicherslot mit einem 8-GByte-Modul bestückt.

GPU und CPU sind auf die Hauptplatine gelötet und können somit nicht getauscht werden. Der Prozessor Core i7-8550U aus der im September gestarteten achten Core-i-Generation bietet vier Kerne statt der bislang bei Notebooks üblichen zwei Kerne. Er bringt dadurch ein großes Plus an Rechenleistung, was für Spiele nie verkehrt ist; auch Raw-Fotobearbeitung und ähnliches geht damit schneller.

Das P7652 hat eine Buchse im modernen USB-C-Format, nutzt deren theoretische Universalität aber nicht aus: Sie liefert lediglich USB-3.0-Daten. Das Netzteil findet an einem dedizierten Stromeingang Anschluss, für Monitore stehen je eine VGA- und HDMI-Buchse parat. Von den drei Typ-A-Buchsen liefert die linke USB 3.0, die beiden an der rechten Gehäuseseite nur USB 2.0. Der SD-Kartenleser ist intern lediglich per USB 2.0 angeschlossen und bremst dadurch schnelle SDXC-Karten aus. Zum Abspielen optischer Medien ist ein DVD-Brenner eingebaut.

Der Full-HD-Bildschirm hatte eine matte Oberfläche und schafft bis zu 325 cd/m2. Dank IPS-Technik bleiben die Farben auch beim Blick von der Seite ansehnlich. Unser Testexemplar hatte einen Pixelfehler: Ein Bildpunkt blieb permanent schwarz. Laut Medion ist ein solcher Defekt zwar ärgerlich (dieser Einschätzung schließen wir uns an), aber nicht von der dreijährigen Garantie gedeckt – schade. Wer einen Pixelfehler bei seinem gekauften Gerät feststellt, kann das Notebook also nicht kostenfrei reparieren lassen, sondern muss sich entscheiden, entweder mit dem Fehler zu leben oder das gesamte Gerät gegen Kaufpreiserstattung bei Aldi zurückzugeben.

Das Ladeverhalten lässt sich mit einem Hilfsprogramm beeinflussen.
Das Ladeverhalten lässt sich mit einem Hilfsprogramm beeinflussen.

Bei auf 100 cd/m2 reduzierter Bildschirmhelligkeit und geringer Rechenlast haben wir maximal acht Stunden Laufzeit gemessen. Der Akku ist am hinteren Ende festgeschraubt und damit nicht ohne Werkzeug wechselbar. Wer das Notebook hauptsächlich am Netzteil betreibt, kann den Akku schonen: Ein vorinstalliertes Hilfsprogramm erlaubt es, die Akkuladung beispielsweise auf 80 Prozent zu begrenzen, was die Akkulebensdauer erhöht.

Bei unserem Testgerät blieb der Lüfter bei geringer Systemlast meist unhörbar leise. Kurze Lastspitzen reichen allerdings auch, um den Lüfter aufheulen zu lassen. Bei warmgelaufenen Gerät und anhaltender 3D-Last wird er mit bis zu 2,7 Sone recht laut.

Medion liefert das Erazer P7652 mit Windows 10 Home in der veralteten Version 1703 aus; unmittelbar nach dem ersten Einschalten ist also erst einmal ein mehrere GByte großes Windows-Update auf die aktuelle Version 1709 fällig.

Ein vom USB-Stick gebootetes Ubuntu 1710 erkannte auf den ersten Blick alle Komponenten. Die Bildschirmauflösung wurde korrekt erkannt, das Touchpad funktioniert inklusive Gesten, die Sondertasten zur Helligkeits- und Lautstärkeregulierung konnten genutzt werden. WLAN- und Bluetooth-Modul waren eingebunden, ebenso der Nouveau-Treiber für die Nvidia-GPU.

Das von Aldi Süd angebotenen Aktions-Notebook Medion Erazer P7652 liefert eine hohe Prozessor- und eine ordentliche Grafikleistung. Der Lüfter des Erazer P7652 bleibt nur bei geringer Systemlast leise, und manche Details könnten besser gelöst sein – etwa die USB-C-Buchse oder der Kartenleser

Generell sind die Spezifikationen auf Heimnutzer mit moderaten Spiele-Ambitionen gemünzt; das einzige Konkurrenzgerät mit ähnlichen Specs ist 200 Euro teurer. Für Hardcore-Gamer reicht der Grafikchip nicht aus; für Nutzer, die ein Gerät für unterwegs suchen, gibt es leichtere und kompaktere Alternativen. Auch wer nur ein großes Notebook für zuhause sucht und keine Spiele-Ambitionen hegt, kommt mit anderen Geräten günstiger weg: Im Aldi-Notebook zahlt man den jenseits von Spiele-Anwendungen überflüssigen Grafikchip mit. (mue)

Medion Erazer P7652: Daten und Testergebnisse
getestete Konfiguration MD61200
Lieferumfang Windows 10 Home 64 Bit, Netzteil
Schnittstellen (V = vorne, H = hinten, L = links, R = rechts, U = unten)
VGA / DVI / HDMI / DisplayPort / Kamera L / – / L / – / ja
USB 2.0 / USB 3.0 / USB 3.1 / LAN 2 × R / 2 × L (1 × Typ C) / – / L
Kartenleser / Strom / Docking-Anschluss V (SD) / L / –
USB-C: Thunderbolt / USB 3.0 / USB 3.1 / DisplayPort / Laden – / ja / – / – / –
Ausstattung
Display LG LP173WF4-SPF5: 17,3 Zoll / 43,8 cm, 1920 × 1080, 16:9, 128 dpi, 41 … 325 cd/m<+>2<+>, matt
Prozessor Intel Core i7-8550U (4 Kerne mit HT), 1,8 GHz (4 GHz bei einem Thread), 4 × 256 KByte L2-, 8 MByte L3-Cache
Hauptspeicher / Chipsatz 8 GByte DDR4-2400 / Intel Kaby-Lake-U
Grafikchip (Speicher) / mit Hybridgrafik PEG: Nvidia GeForce GTX 1050 (2048 MByte GDDR5) / ja
Sound HDA: Realtek ALC269
LAN / WLAN PCIe: Realtek (GBit) / PCIe: Intel Dual Band Wireless-AC 8265 (a/b/g/n-300/ac-867)
Mobilfunk / Bluetooth (Stack) – / USB: Intel (Microsoft)
Touchpad (Gesten) / TPM / Fingerabdruckleser I2C: HID (max. 4 Finger) / TPM 2.0 / –
Massenspeicher / optisches Laufwerk SSD + HDD: SK Hynix SC308 + Seagate Mobile (256 + 1000 GByte) / HL-DT-ST GUD0N (DVD-Multi)
Stromversorgung, Maße, Gewicht
Akku / wechselbar / Ladestandsanzeige 44 Wh Lithium-Ionen / – / –
Netzteil 135 W, 605 g, 15 cm × 7,4 cm × 2,5 cm, Kleeblattstecker
Gewicht / Größe / Dicke mit Füßen 2,76 kg / 42,1 cm × 27,8 cm / 2,9 … 3,1 cm
Tastaturhöhe / Tastenraster 2 cm / 18,5 mm × 18,5 mm
Messergebnisse
Geräusch ohne / mit Rechenlast 0,1 Sone / 2,7 Sone
Massenspeicher lesen / schreiben 529,9 / 253,3 MByte/s
IOPS (4K) lesen / schreiben 96796 / 61962
Leserate SD-Karte 17,8 MByte/s
WLAN 5 GHz / 2,4 GHz (20m) / MU-MIMO-fähig 21,3 / 13,3 MByte/s / ja
CineBench R15 (1 / n CPU) 172 / 540
3DMark (Sky Diver / Fire Strike / Time Spy) 15260 / 5272 / 1740
Preis und Garantie
Straßenpreis Testkonfiguration 1000 €
Garantie 3 Jahre

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