WTF: Jäger des verlorenen Bitcoin-Schatzes darf auf Müllkippe nicht ausgraben

Bagger auf Müllhalde

(Bild: Steve Buissinne, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

2013 warf ein Informatiker aus Wales versehentlich eine Festplatte mit Schlüsseln für 7500 Bitcoins weg. Gerne würde er diesen Schatz nun auf der Müllhalde ausgraben. Doch die Kommune verweigert das.

Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Irgendwo auf einer Müllkippe der walisischen Stadt Newport soll eine Festplatte mit den privaten Schlüsseln für 7500 Bitcoins begraben sein. Weggeworfen hatte die der Informatiker James Howells bereits Mitte 2013, wie er zahlreichen britischen Medien erzählte. Schon damals waren die eine Stange Geld wert, zum aktuellen Kurs wären es sogar rund 76 Millionen Euro.

Howells hatte den Berichten nach bereits 2009, also in der Frühzeit des Bitcoin, mit dem Mining begonnen. Zu der Zeit war der sich stetig anpassende Schwierigkeitsgrad noch so niedrig, dass man auch mit einer handelsüblichen CPU was reißen konnte. Und die Belohnung für jeden eingetragenen Block lag bei 50 Bitcoins. Den fürs Mining genutzten Laptop hatte Howells irgendwann zerlegt und die Komponenten verkauft; die Festplatte mit den Schlüsseln kam in die Schublade – bis sie bei einem Umzug versehentlich in den Müll geriet.

Gerne würde Howells nun im großen Stil die Müllhalde umgraben, um die immer wertvollere Festplatte – der Bitcoin liegt derzeit fast bei 12.000 US-Dollar – wieder in Besitz zu nehmen. Bereits mehrfach hat er bei der Kommune angefragt, wie Wales Online schreibt. Aber die Zuständigen wollen nicht, dass die Müllhalde gelootet wird. Derlei aufwändige Ausgrabungen seien nicht möglich, weil die Kosten in die Millionen gingen und erhebliche Konsequenzen für die Umwelt zu befürchten seien, erklärte ein Sprecher der Stadt. Abgesehen davon sei es wahrscheinlich, dass die Festplatte dank Müllsickerwasser und ähnlichem längst der Kontaktkorrosion zum Opfer gefallen ist.

Generell sei es Privatpersonen auch verboten, die Müllhalde zu betreten, Schatzsucher machten sich strafbar, betonte der Sprecher. Howells führt private Investoren an, die die Ausgrabung finanzieren, beklagt, dass man ihn nie wirklich angehört habe, und verspricht der Kommune einen Anteil von 10 Prozent des Bitcoinschatzes. Vergeblich. Bisher lehnt Newport das Ansinnen ab. Inzwischen hat Howells sein Angebot auf die Hälfte des Schatzes nachgebessert – und überlegt, für den Stadtrat zu kandidieren. Die Festplatte korridiert unterdessen weiter. Und der Bitcoin steigt und steigt. (axk)

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