Enthüllungen zu Uber-Geheimdienst: Prozess um Technik für autonome Autos verschoben

Selbstfahrender Uber-Wagen

Ein Kombi von Ford als selbstfahrendes Uber-Fahrzeug in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania.

Die Google-Schwester Waymo wirft Uber vor, Technik für autonome Autos gestohlen zu haben. Ein früherer Mitarbeiter berichtete nun über die Aktivitäten einer internen Uber-Geheimabteilung, die für das Ausspähen der Konkurrenz zuständig war.

Der Prozess um Technik für autonome Autos zwischen der Google-Schwesterfirma Waymo und Uber ist nach neuen Vorwürfen gegen den Fahrdienst-Vermittler verschoben worden. Ein früherer Mitarbeiter erklärte, dass Uber versucht habe, in Geheimdienstmanier Informationen über Konkurrenten zu erbeuten und dabei möglichst keine dokumentierten Spuren zu hinterlassen.

Waymo wirft Uber vor, gestohlene Technik für autonome Autos eingesetzt zu haben. Der Prozess zu der Klage von Februar sollte eigentlich kommende Woche beginnen. Doch der zuständige Richter hat nach der jüngsten Enthüllung Zweifel, ob Uber alle relevanten Informationen herausrückte. „Ich kann den Worten der Uber-Anwälte in diesem Fall nicht mehr vertrauen“, sagte Richter William Alsup bei einer Anhörung am Dienstag unter anderem der New York Times zufolge.

Bei der Anhörung trat ein früherer Uber-Jurist auf, der über eine geheime Abteilung des Fahrdienst-Vermittlers berichtete. Ihre Aufgabe sei gewesen, die Konkurrenz auszuspähen und auch Mitarbeiter abzuwerben, um an Firmengeheimnisse zu kommen. Die elektronische Kommunikation in dieser Gruppe lief außerhalb der Server von Uber und löschte sich zum Teil selbst. Damit habe Uber verhindern wollen, dass es belastende Unterlagen gebe, die bei Klagen gegen das Unternehmen verwendet werden könnten. Dass es bei Uber eine Art internen Geheimdienst gegeben hatte, war bereits bekannt. Das Ausmaß der Aktion ist aber neu.

Der frühere Uber-Jurist schränkte zugleich ein, dass die Aktivitäten auf Konkurrenten außerhalb der USA gezielt hätten und nach seinem Wissen nicht gegen Waymo oder andere amerikanische Unternehmen gerichtet gewesen seien. Richter Alsup zeigte sich dennoch besorgt, dass durch die geheime Kommunikation viele Informationen für den Prozess nicht vorlägen. Wenn nur die Hälfte der Vorwürfe stimme, sei es unfair, Waymo in einen Prozess zu schicken. (dpa) / (jk)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.