Softbank will Uber-Aktien mit kräftigem Abschlag kaufen

Fahrdienst Uber

(Bild: dpa, Britta Pedersen/Archiv)

Der japanische Konzern will sich eine Beteiligung von mindestens 14 Prozent bei Uber sichern – und bewertet angeischts der vielen Skandale den Fahrdienstvermittler weit niedriger als bislang.

Der japanische Technologiekonzern Softbank will laut Medienberichten die aktuelle Krise von Uber nutzen, um sich mit einem deutlichen Rabatt bei dem Fahrdienst-Vermittler einzukaufen. Softbank habe beim Angebot an bisherige Aktionäre den Firmenwert von Uber bei lediglich 48 Milliarden Dollar angesetzt, schrieben der Finanzdienst Bloomberg und die New York Times in der Nacht zum Dienstag. Das wäre ein Abschlag von rund 30 Prozent auf die bisherige Bewertung des teuersten Start-ups der Welt.

Softbank will sich demnach eine Beteiligung von mindestens 14 Prozent an Uber sichern. Der geplante Deal bestehe aus zwei Teilen. Für rund eine Milliarde Dollar sollen Anteile direkt bei dem Fahrdienst-Vermittler zur bisherigen Spitzenbewertung zwischen 68 und 69 Milliarden Dollar gekauft werden. Den Rest will sich Softbank bei bisherigen Aktionären holen – und einige von ihnen seien auch bereit, zu dem niedrigeren Preis zu verkaufen, hieß es.

Uber ist in diesem Jahr durch eine Serie von Skandalen erschüttert worden. Der Mitgründer und langjährige Chef Travis Kalanick musste gehen, nachdem eine Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung in dem Unternehmen Missstände beim Management aufdeckte. Das Unternehmen steht im Visier einer Klage der Google-Schwesterfirma Waymo, die Uber den Einsatz bei ihr gestohlener Roboterwagen-Technik vorwirft.

Jüngst musste der neue Chef Dara Khosrowshahi zudem einräumen, dass Uber ein Jahr lang einen Hacker-Angriff verschwieg, bei dem Daten zu 57 Millionen Nutzern und Fahrern erbeutet wurden. Statt sie zu informierten zahlte Uber den Angreifern 100.000 Dollar für die Vernichtung der gestohlenen Informationen.

Die Investition von Softbank ist wichtig für Uber: Der Fahrdienst-Vermittler arbeitet nach einer rasanten globalen Expansion weiterhin mit hohen Verlusten und kann eine weitere Geldspritze bis zu dem für 2019 anvisierten Börsengang gut gebrauchen. Außerdem könnte Softbank seine Milliarden sonst in den Rivalen Lyft stecken. (dpa) / (jk)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.