iCloud-Accounts: US-Anfragen zur nationalen Sicherheit deutlich gestiegen

iCloud-Accounts: US-Anfragen zur nationalen Sicherheit deutlich gestiegen

Leo Becker

(Bild: dpa, Axel Heimken)

Im jüngsten Transparenzbericht hat Apple einen sprunghaften Anstieg bei “National Security Requests” aus den USA verzeichnet. Insgesamt wurden nur wenige iCloud-Nutzerdaten herausgegeben, so das Unternehmen.

Apple hat im ersten Halbjahr 2017 mehr als vier Mal so viele US-Anfragen zur nationalen Sicherheit erhalten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der “National Security Requests” ist auf zwischen 13.250 und 13.499 gestiegen, führt der Konzern im jüngsten Transparenzbericht aus. Davon seien zwischen 9000 und 9250 Benutzer-Accounts betroffen gewesen.

Die Anfragen erfolgen unter dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) oder als National Security Letter (NSL), diese erlauben US-Regierungsbehörden die Herausgabe von bestimmten Metadaten zu verlangen, ohne dafür eine richterliche Anordnung zu benötigen. Details und genauere Angaben zu der Zahl der betroffenen Accounts dürfen nicht genannt werden. Anfragen zum Zugriff auf „Massendaten“ habe es nicht gegeben.

Zugriff auf iCloud-Nutzerdaten nur in wenigen Fällen

Weltweit hat es dem Bericht zufolge über 3000 Behördenanfragen zu Apple-ID-, iTunes- und iCloud-Accounts gegeben, mit denen Informationen zu knapp 44.000 Benutzerkonten abgefragt wurden. Für gut 38.000 Accounts wurden einzelne Daten herausgegeben, so der Konzern. Die Zahl der Anfragen, in denen auch Inhalte wie etwa iCloud-Backups, Fotos und E-Mails preisgegeben wurden, beziffert Apple auf 607. Das Unternehmen hat mehrere hundert Millionen iCloud-Benutzer.

Apple hat den Schlüssel zu vielen iCloud-Daten

Jeder Fall wird von der Rechtsabteilung geprüft, betont Apple, nur wenn absolut erforderlich, gebe man die “kleinstmögliche Menge an Daten” heraus. iCloud-Daten – darunter die automatisch erstellten Backups – liegen verschlüsselt auf Apples Servern, der Konzern besitzt aber den Schlüssel und kann diese Daten entsprechend herausgeben.

Erste iCloud-Dienste wie der iCloud-Schlüsselbund werden zusätzlich abgesichert, so dass Apple diese theoretisch nicht entschlüsseln kann. Auch iMessage und FaceTime sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die über den Messenger ausgetauschten Nachrichten landen bislang aber im iCloud-Backup. Dies soll sich mit dem für iOS 11 geplanten “iMessage in iCloud”-Dienst aber ändern, wann genau dieser eingeführt wird, bleibt unklar.

Großteil der Anfragen wegen Diebstahl und Betrugsfällen

Der größte Teil der Anfragen durch staatliche Stellen erfolgte dem Transparenzbericht zufolge im Zusammenhang mit Diebstahl und Verlust von Geräten sowie Ermittlungen zu Betrugsfällen. So stehen etwa über 12.600 Anfragen aus Deutschland zu gut 24.400 Apple-Geräten mit der Untersuchung von Diebstählen in Zusammenhang. Aus Deutschland habe man auch zahlreiche Anfragen zu “Financial Identifier Requests” erhalten, dabei geht es um Ermittlungen zu Betrugsfällen mit iTunes-Karten und Kreditkarten. (lbe)

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