iPhone X mit fast randlosem OLED-Bildschirm und Face ID

iPhone X mit fast randlosem OLED-Bildschirm und Face ID Update

Leo Becker

Apples Marketingchef Phil Schiller stellt im neuen Steve Jobs Theatre das iPhone X vor.

Apple hat das erste iPhone mit OLED-Display vorgestellt – der 5,8″-Bildschirm nimmt fast die gesamte Vorderseite ein. Die Gesichtserkennung entsperrt das Gerät und ermöglicht „Animojis“ – bewegte Emojis.

Mit dem iPhone X hat Apple am Dienstag zum ersten Mal in drei Jahren wieder ein iPhone mit neuem Formfaktor und frischem Gehäuse-Design vorgestellt (siehe dazu auch Mac & i-Liveticker). Im Unterschied zu bisherigen Modellen sowie den neuen iPhone 8 und iPhone 8 Plus deckt das Display des iPhone X (sprich „Ten“) fast die gesamte Vorderseite ab – und verdrängt den seit zehn Jahren fest etablierten Home-Button. Einzelne Funktionen des Home-Buttons übernimmt die Seitentaste – etwa den Aufruf von Siri –, andere Aktionen werden durch Gesten ausgelöst, darunter das Öffnen des App-Switchers.

Die Auflösung des 5,8-Zoll-Bildschirms beträgt 2436 × 1125 Pixel. Erstmals verwendet Apple ein OLED-Display – alle bisherigen iPhones hatten LCDs. OLED verspricht kräftigere Farben und ein tieferes Schwarz sowie einen geringeren Stromverbrauch bei dunklen Bildschirminhalten. Der Kontrast liegt beim iPhone X laut Apple bei 1.000.000:1 statt 1400:1 beim iPhone 8.

Das Display unterstützt „True Tone“, eine automatische Anpassung der Farbtemperatur an das Umgebungslicht, und HDR – sowohl Dolby Vision als auch HDR10. Beide Formate sollen sattere Farben und einen höheren Kontrast ermöglichen.

Face ID zur Authentifizierung – und Emoji-Animation

Der Fingerabdrucksensor Touch ID macht Platz für „Face ID“: Das Entsperren des Geräts erfolgt per Gesichtserkennung, wenn man sich dem iPhone aktiv zuwendet. Das System soll sich nicht durch Fotos täuschen lassen und auch dann noch funktionieren, wenn der Nutzer etwa einen Hut oder eine Sonnenbrille trägt – oder sich einen Bart wachsen lässt. Die Erkennung funktioniere bei Tag und Nacht. Apple erachtet das System für sicherer als Touch ID: Die Chance, auf eine Person mit identischen Gesichtsmerkmalen zu stoßen, betrage 1 zu 1 Million und sei damit erheblich geringer als ein gleicher Fingerabdruck.

Die Gesichtserkennung kommt auch an anderer Stelle zum Einsatz. Apple hat ein lustiges Feature namens „Animojis“ in den hauseigenen Messenger-Dienst iMessage integriert: Der Nutzer kann Emojis live durch seine Mimik verändern und „beleben“: sie machen die gleichen Grimassen wie er.

A11-Chip mit sechs Kernen und ein Dualkamerasystem

Ebenso wie im iPhone 8 arbeitet im iPhone X ein leistungsfähigerer A11-Chip mit sechs Kernen und einer von Apple selbst entworfenen GPU, die um 30 Prozent schneller sein soll als im iPhone 7. Ein in den Chip integrierter “Neuronal”-Koprozessor ist für die Gesichtserkennung zuständig.

Das iPhone X ist auf der Vorderseite – neben den neuen Sensoren für die Gesichtserkennung – mit einer 7-Megapixel-Kamera ausgerüstet. Auf der Rückseite kommt ein Dualkamerasystem mit 12-Megapixel-Sensoren zum Einsatz. Eine der beiden Kameras hat eine Blende von f/1.8, das zusätzlich verbaute Teleobjektiv eine Blende von f/2.4. Erstmals setzen beide Kameras auf eine optische Bildstabilisierung. Ein neues Blitzsystem soll eine bessere Ausleuchtung sicherstellen. Ebenso wie das iPhone 8 unterstützt das iPhone X die Videoaufzeichnung mit bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde sowie Zeitlupenaufnahmen in 1080p mit 240 Frames pro Sekunde.

iPhone X ab 1150 Euro – und erst im November

Das iPhone X lässt sich drahtlos per Qi-Standard laden. Apple will im kommenden Jahr eine “AirPower” genannte Ladematte in den Handel bringen, die ein iPhone, eine Apple Watch sowie eine neues, ebenfalls angekündigtes Akkukästchen für die AirPods-Ohrhörer gleichzeitig mit Strom betankt. Mit optionalem USB-C-Netzteil und Ladekabel wird ein schnelles Aufladen unterstützt.

Das iPhone X kommt erst Anfang November in den Handel. Der Verkaufsstart erfolgt in ersten Ländern, darunter Deutschland, am Freitag, den 3. November. Eine Vorbestellung ist ab dem vorausgehenden Freitag (27.10.) möglich. Der Preis für die 64-GByte-Version des iPhone X beträgt – wie bereits erwartet – knapp 1000 Dollar, in Deutschland wird es ab kapp 1150 Euro angeboten. Mit 256 GByte Speicherplatz kostet es knapp 1320 Euro, es ist nur in Silber oder Space-Grau erhältlich.

[Update 12.09.2017 22:05 Uhr] Die Maße des iPhone X liegen bei 143,6 mm x 70,9 mm x 7,7 mm. Damit ist es nur wenig länger, breiter und dicker als das iPhone 8 (138,4 mm x 67,3 mm x 7,3 mm) – und immer noch deutlich kompakter als das iPhone 8 Plus (158,4 mm x 78,1 mm x 7,5 mm). Das Gewicht des iPhone X beträgt laut Hersteller 174 Gramm. Zum Vergleich: Das iPhone 8 bringt 148 Gramm auf die Waage, das iPhone 8 Plus 202 Gramm. (lbe)

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