Windows 10: „Current Branch for Business“ wird abgeschafft

Windows 10: „Current Branch for Business“ wird abgeschafft

Jan Schüßler

Microsoft strafft das Servicing-Modell für Windows 10: Der Current Branch for Business ist Geschichte. Für Admins dürfte das den Test- und Planungsaufwand etwas vergrößern.

Microsoft will das Release-Modell für Windows 10 vereinfachen und schafft dafür den Current Branch for Business ab. Wie Microsoft-Manager Michael Niehaus in einem TechNet-Beitrag schreibt, fällt die Unterscheidung zwischen dem Current Branch (CB) und dem Current Branch for Business (CBB) künftig weg; an deren Stelle tritt der „Semi-Annual Channel“. Der Long Term Servicing Branch (LTSB) wird umbenannt in Long Term Servicing Channel. Passend dazu – und damit im Zeitplan – bekommen Systeme, die auf den CBB eingestellt sind, von nun an das Creators Update angeboten.

Das halbjährliche Servicing-Modell für Windows und Office hatte Microsoft bereits im April angekündigt: Künftig sollen Feature-Upgrades für Windows 10 und Office 365 stets im März und September verteilt werden. Das soll IT-Admins in Firmen eine bessere Planbarkeit verschaffen.

Damit entfällt die Möglichkeit, durch Umschalten auf einen verzögerten Release-Kanal die Upgrades pauschal um vier Monate nach hinten zu verschieben. Änderungen an der Funktion „Windows Update for Business“ sind indes offenbar nicht geplant – das Konzept erlaubt es Admins, Sicherheits-Updates bis zu 30 Tage und Feature-Upgrades bis zu 365 Tage nach Veröffentlichung einzuspielen. Den Admins legt Microsoft nahe, neue Ausgaben von Windows 10 nach dem Release zunächst in einer Pilotphase auf einen kleinen Teil der PCs zu bringen um die Kompatibilität mit vorhandener Hard- und Software zu prüfen (Microsoft empfiehlt zehn Prozent des Gerätebestands), und es etwas später auf alle Systeme zu verteilen.

Die Änderung bedeutet übrigens nicht, dass wirklich alle PCs auf einen Schlag versorgt werden. Microsoft will nicht an der Strategie rühren, zunächst mehrheitlich Systeme mit unkomplizierter Hardware und gängiger Software zu beliefern und parallel die Upgrade-Telemetriedaten ungewöhnlicher Konfigurationen auszuwerten, um Probleme mit einem Feature-Upgrade zeitnah zu erkennen und die Fehlerquellen zu beseitigen.

Jede neue Ausgabe von Windows 10 soll ab Veröffentlichung 18 Monate Sicherheits-Support bekommen. In der Praxis entstehen allerdings bereits Ausnahmen von diesem Modell. Wie ZDnet berichtet hat, hat Microsoft jüngst den Sicherheits-Support für das „Anniversary Update“ (Version 1607) bis Anfang 2023 erweitert, sofern es auf einem PC oder Tablet mit einem Intel-Atom-Prozessor der Clover-Trail-Baureihe läuft.

Solche Geräte wurden meist mit Windows 8 oder 8.1 verkauft und von vielen Anwendern zwischenzeitlich gratis auf Windows 10 umgestellt. Weil Intel für diese Baureihe keine Treiber mehr für das Creators Update (Version 1703) und künftige Versionen herausbringen will, verweigert Windows auf solchen Geräten das Creators Update. Um die Anwender nicht Anfang 2018 vom Sicherheits-Support abzuschneiden, bekommen die Geräte wichtige Updates bis Anfang 2023 — also so lange, wie man sie auch bekommen würde, wenn man gar nicht erst auf Windows 10 umgestiegen wäre. (jss)

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