Das Bundeskartellamt soll schneller auf Digitalkonzerne reagieren

Das Bundeskartellamt soll schneller auf Digitalkonzerne reagieren

Dusan Zivadinovic

(Bild: Bundeskartellamt)

Ob personalisierte Preise oder Einkaufs-Helfer in Smartboxen – das Bundeskartellamt müsse künftig schneller reagieren, wenn Digitalkonzerne neue Spielregeln erfinden, fordert der Chef des Bundeskartellamts.

Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts, will seine Behörde schneller gegen technische Neuentwicklungen in Stellung bringen, die Marktregeln ändern. Handlungsbedarf sieht Mundt, wenn technische Innovationen wie die Sprachbox Echo und die Sprachassistentin Alexa künftig die Kaufentscheidungen von Kunden unbemerkt zu Gunsten von Digitalkonzernen lenken.

Sprachassistent und Einkaufslenker

„Heute sitze ich vor dem Bildschirm und kann mir aussuchen, bei welchem Unternehmen ich einkaufe. In Zukunft organisiert das vielleicht eine Smartbox für mich“, sagte Mundt dem Magazin WirtschaftsWoche. Intelligente Einkaufshelfer könnten dann zu Barrieren werden, die den Markteintritt anderer Wettbewerber bremsen oder verhindern. Deshalb müssten sie aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive angeschaut werden. Mundt weiter: „Ich bin mir sicher, dass wir uns in Zukunft auch Algorithmen anschauen werden.“

Außerdem kritisierte er die flexiblen und individualisierten Preise auf Online-Plattformen. Wenn die Preise von Person zu Person, von IP-Adresse zu IP-Adresse unterschiedlich seien, versagen die bisherigen Vergleichsstrategien. Kunden wüssten oft nicht mehr, was andere für dasselbe Produkt bezahlen. Personalisierte Preise hätten inzwischen viele Onlinehändler eingeführt, etwa Hotelketten, Buchungsplattformen und Fluggesellschaften. (dz)

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