Astronomen finden zwei sich umkreisende supermassive Schwarze Löcher

Astronomen finden zwei sich umkreisende supermassive Schwarze Löcher

Martin Holland

Künstlerische Darstellung der Schwarzen Löcher

(Bild: Josh Valenzuela/University of New Mexico)

Erstmals haben Forscher zwei sich umkreisende supermassive Schwarze Löcher und ihre Bewegungen direkt ausfindig gemacht. Die beiden sind demnach 24 Lichtjahre voneinander entfernt und brauchen für einen Orbit 20.000 Jahre.

Astronomen haben erstmals zwei sich umkreisende supermassive Schwarze Löcher in Bewegung beobachtet. Die beiden haben zusammen eine Masse, die 15 Milliarden Mal der unserer Sonne entspricht und sind ungefähr 24 Lichtjahre voneinander entfernt, teilte das National Radio Astronomy Observatory der USA mit. Damit lägen sie extrem nah beieinander und es sei davon auszugehen, dass sie einmal verschmelzen, meint Karishma Bansal von der University of New Mexico. Erstmals seien damit solch massive Schwarze Löcher beobachtet worden, die sich als Paar beeinflussen, erklärt Greg Taylor von der gleichen Universität. Es handle sich also um das erste Doppelsystem aus zwei Schwarzen Löchern, das visuell bestätigt wurde.

Die beiden Schwarzen Löcher auf den Aufnahmen des VLBA
Die beiden Schwarzen Löcher auf den Aufnahmen des VLBA
Bild: Bansal et al., NRAO/AUI/NSF

Die beiden Schwarzen Löcher liegen rund 750 Millionen Lichtjahre von uns entfernt im Zentrum einer Galaxie namens 0402+379. Die Forscher um Taylor fanden die beiden Gebilde beziehungsweise ihre direkte Umgebung demnach in Aufnahmen des Very Long Baseline Array (VLBA), einem Netz aus zehn Radioteleskopen. Anhand von 2003, 2005, 2009 und 2015 gesammelten Daten konnte der Orbit der beiden Schwarzen Löcher berechnet werden. Sie brauchen demnach 30.000 Jahre, um einander einmal zu umkreisen. Die Beobachtung sei ein technischer Triumph und bestätige eine Vorhersage, die bislang nur theoretisch getroffen werden konnte.

Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass die Beobachtung nicht lange auf den ersten Nachweis sogenannter Gravitationswellen folgt. Die wurden mit dem LIGO-Observatorium nachgewiesen und gaben Einblick in eine ferne Verschmelzung zweier supermassiver Schwarzer Löcher. Nun könne dieser Prozess weiter erforscht werden, indem zwei solche Gebilde vor ihrer Kollision beobachtet werden. Außerdem hoffen die Astronomen auf den Nachweis ähnlicher Paare im Zentrum anderer Galaxien. Das ermögliche auch einen Blick in die ferne Zukunft der Milchstraße, immerhin befinde die sich auf Kollisionskurs mit der Andromeda-Galaxie. Die beiden Schwarzen Löcher in deren Zentren könnten also auch verschmelzen. (mho)

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