AMD: Steht Ryzen 9 vor der Tür?

AMD: Steht Ryzen 9 vor der Tür?

Christof Windeck

Im Vorfeld des AMD Financial Analyst Day schießen Spekulationen ins Kraut und der Aktienkurs hoch: Angeblich kommen Ryzen 9 mit 16 Kernen und Intel-Prozessoren mit AMD-GPU.

Heute abend um 22 Uhr deutscher Zeit beginnt der AMD Financial Analyst Day 2017, auf dem AMD „Einblick in die nächsten Generationen der CPUs und GPUs“ sowie „weitere AMD-Innovationen“ und „Details zu in Kürze erscheinenden Produkten“ verkünden will. Außer AMD-CEO Lisa Su werden weitere hochrangige AMD-Manager sprechen, darunter CTO Mark Papermaster und die Chefs der Computing and Graphics Business Group (Jim Anderson), der Radeon-Sparte (Raja Koduri) und der Server- und Embedded-Sparte, Forrest Norrod. Der Kurs der AMD-Aktie ist an der Börse in New York bereits um mehr als fünf Prozent gestiegen.

Im Vorfeld der Computermesse Computex in Taipei erhoffen Anleger die Vorankündigung neuer Produkte. Dabei geht es einerseits um den vermuteten 16-Kern-Ryzen für High-End Desktop-PCs, der als Ryzen 9 auf Mainboards mit ebenfalls neuem X390-Chipsatz gegen Intels (ebenfalls spekulativen) Core i9 alias Skylake-X antreten könnte.

Dazu sind neue Informationen durchgesickert: Die Webseite wccftech.com berichtet über neun Prozessoren vom Ryzen 9 1998X mit 16 Kernen bis hinab zum Zehnkerner Ryzen 9 1955, die mit vier Speicherkanälen, 44 PCIe-3.0-Lanes sowie TDP-Werten zwischen 125 und 155 Watt kommen sollen. Dabei fallen die Codenamen Threadripper für die CPU und Whitehaven für die Plattform, also Mainboards mit der LGA-Fassung SP3r2 und dem Chipsatz X390, der wohl eng mit dem X370 verwandt ist.

AMD-Intel-Prozessor

AMD Radeon RX Vega
Bei der Radeon RX Vega hat AMD die GCN-Architektur elementar verändert. Vergrößern
Bild: AMD
Die Fantasie der Anleger beflügelt aber auch die Vermutung, dass Intel die Radeon-GPU-Technik von AMD in kommenden Core-Prozessoren einsetzen wird. Dazu gibt es bisher nur Indizien; so hat Intel etwa angekündigt, dass bis Ende 2017 Prozessoren erscheinen sollen, deren integrierte Grafik (IGP) schnell genug ist für AR-/VR-Anwendungen in Windows 10.

Außerdem hofft man auf Neuigkeiten zu den kommenden Radeon-RX-Karten mit Vega-GPUs, die gegen Nvidia Volta antreten.

Schließlich steht bekanntermaßen der Serverprozessor Naples vor der Tür; hier könnten erste konkrete Kunden außer Microsoft mit den Azure-Servern „Project Olympus“ den Umsatz beflügeln.

Wichtig für AMD ist aber auch das Geschäft mit Spielkonsolen, denn AMD ist hier sowohl bei Microsofts Xbox als auch bei der Sony Playstation im Rennen. Die AMD-Sparte für Embedded Systems, Semi-Custom-Chips und Server hat 2016 rund 54 Prozent des gesamten AMD-Umsatzes gebracht und Gewinn gemacht, während es bei den Prozessoren und Grafikkarten Verluste gab. Letzteres soll sich künftig ändern.

Der AMD Financial Analyst Day 2017 wird als Webcast übertragen. (ciw)

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