Freenet TV USB-Stick: Software-Probleme vermiesen TV-Genuss

Freenet TV USB-Stick: Software-Probleme vermiesen TV-Genuss

Florian Müssig

(Bild: Freenet TV)

Nicht nur die fehlende Hardware-Beschleunigung nervt beim TV-Gucken per Zimmerantenne: Auf manchen Windows-Rechnern zeigt die Player-Software von Freenet TV einen schwarzen Bildschirm, auf anderen wird nur ein Teil des Bildschirms gefüllt.

Der offizielle USB TV Stick von Freenet TV ist die einzige Möglichkeit, nach der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD weiterhin Privatsender am Desktop-PC oder Notebook zu empfangen. Der Stick funktioniert allerdings nur mit Freenets Player-Software – und die sorgt derzeit bei Nutzern für Frust.

So nutzt die Software bei aktuellen GPUs, die dedizierte Hardware-Einheiten zur Wiedergabe von HEVC-Videoströmen bieten, diese nicht aus, sondern überlässt das Dekodieren vollständig dem Hauptprozessor. Moderne Doppelkerne haben dafür zwar genügend Power, verbraten dabei aber ordentlich Energie: Mitunter reicht eine Ladung des Notebook-Akkus nicht, um ein Fußballspiel abends am Baggersee zu gucken – von Verlängerung oder Elfmeterschießen ganz zu schweigen.

Die Decoder, die Freenet TV bei seinem Player mitliefert, stammen von der deutschen Firma MainConcept. Laut deren Webseite können die Decoder durchaus Hardware-Beschleunigungseinheiten nutzen – möglicherweise wurden sie fehlerhaft implementiert. Auch die jüngst veröffentlichte Mac-Variante der Player-Software (Version 0.9.0.0) überlässt die Dekodierungsarbeit übrigens ausschließlich der CPU.

Kein Bild, nur Ton

Manche Nutzer wären allerdings schon froh, wenn sie überhaupt ein TV-Bild zu Gesicht bekämen: Sie hören zwar den Ton, doch das Bild bleibt schwarz. Einzig beim Senderwechsel blitzt das Bild für einen Sekundenbruchteil auf.

Der Fehler scheint bei Systemen mit mehreren Bildschirmen verstärkt aufzutreten. In manchen Fällen lässt sich der Fehler umgehen, indem man sich auf einen Monitor beschränkt. Auf einem betroffenen Rechner im Redaktionsbestand half dieser Tipp allerdings nicht. Das Verhalten änderte sich sogar je nachdem, welchen der beiden Monitore man deaktivierte: Entweder bliebt das Bild weiterhin schwarz oder es wurde nun (teilweise) angezeigt. Offensichtlich spuckt der Video-Renderer das Bild an falschen Positionen aus:

Auf dem besagten Rechner haben übrigens weder Cyberlink PowerDVD noch DVB-Viewer Probleme damit, Blu-rays abzuspielen beziehungsweise das TV-Bild einer DVB-C-Karte anzuzeigen – unabhängig vom Monitor-Setup.

Falsche Tipps

Freenets Hotline scheint diesen Fehler nicht zu kennen, sondern „hilft“ mit falschen Tipps: Ein schwarzes Bild sei auf ein zu schwaches Signal zurückzuführen, weshalb wir uns doch eine aktive Zimmernantenne kaufen sollten – obwohl die Player-Software beste Signalstärke und -qualität bescheinigte und wir dies auch gesagt hatten. Die Anzeige der Empfangsstärke ist durchaus glaubhaft: Hannovers Sendeturm Telemax ist keinen Kilometer entfernt, und unsere Antenne hat sogar Sichtkontakt durchs Bürofenster.

Ein Update auf die kürzlich erschienene Windows-Player-Version 1.1.0.3 brachte bei uns keine Abhilfe. Die einzige Änderung, die man als Nutzer mitbekommt, ist, dass bei einem Sendersuchlauf nun die vormals gefundenen Freenet-TV-connect-Sender nicht mehr gefunden werden. Praktische Auswirkungen hat dies keine, da diese IP-Kanäle sowieso erst zu Jahresmitte in die PC-Software implementiert werden sollen. (mue)

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